Das 18. Andenkenjahr an „Yaqoob Mehrnehad“ ein Symbol des Bürgerkampfes
und des Widerstands in Belutschistan
Der „Yaqoob Mehrnehad“ der weltweit
erste hingerichtete Blogger, im Iran.
Der 4. August 2008 erinnert an eines der
grausamsten Verbrechen der Islamischen Republik Iran, an den
Bürgerrechtsaktivisten der Belutschistans Bevölkerung.
Der Tag, an dem Yaqoob Mehrnehad, ein Menschenrechtsaktivist, Journalist, Blogger und einer der loyalsten und aufrichtigsten Söhne Belutschistans, im Alter von 29 Jahren vom iranischen Regime gehängt wurde.
Die iranische Justiz konnte für die Hinrichtung dieses jungen Bürgerrechtsaktivisten, nie ein konkretes und dokumentiertes Verbrechen anführen, denn sein wahres Verbrechen bestand darin, die Würde, die Bürgerrechte und die kulturelle Identität des belutschischen Volkes zu verteidigen.
Der Yaqub Mehrnehad war ein
aufgeklärter, leidenschaftlicher und mitfühlender junger Mann, der fest daran
glaubte, dass die Stimmen der Bevölkerung Belutschistans durch legale Mittel,
Dialog und zivilgesellschaftliches Engagement von den Behörden gehört werden
könnten.
Durch sein beharrliches Eintreten
für die Forderungen der Bevölkerung im Kontakt mit Provinzbeamten und
Parlamentsabgeordneten, suchte er nach Wegen, das Leid und die Not der Menschen
in seinem Land zu lindern.
In dieser Überzeugung und mit der Unterstützung zahlreicher junger Belutschen, gründete er den "Jugendverein Stimme der Gerechtigkeit“ und bemühte sich, die Kultur des Dialogs, der Verantwortung und der Bürgerbeteiligung in Belutschistan zu stärken, indem er kulturelle und soziale Treffen sowie Fragerunden mit Regierungsvertretern veranstaltete.
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| Logo "Jugendverein Stimme der Gerechtigkeit" |
Er hoffte, die Rechte der
Bevölkerung im Rahmen friedlicher und legaler Aktivitäten verteidigen und eine
Grundlage, für die Verwirklichung von Gerechtigkeit und Gleichheit schaffen zu
können.
Yaqoob war sich bewusst, dass die
Unterdrückung der belutschischen Identität und Kultur, eines der
Hauptinstrumente der Islamischen Republik Iran zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft
über Belutschistan war.
Daher veranstaltete er gemeinsam mit
Künstlern, Kulturaktivisten und Mitgliedern des Jugendvereins „Stimme der
Gerechtigkeit“ das erste belutschische Musikkonzert in Zahedan und erklärte am
letzten Konzerttag, in einer Stellungnahme den 17. Khordad zum „Tag der
Bewahrung der belutschischen Kultur und Kunst“.
Er glaubte auch an die Bedeutung von
Aufklärungsarbeit durch die Medien und öffentliche Versammlungen.
Er startete seinen Blog mit dem
Ziel, akkurate und unparteiische Nachrichten über die Realität in Belutschistan
zu veröffentlichen und so, zum Kampf gegen Zensur, Ignoranz und staatliche
Propaganda beizutragen.
Regelmäßig berichtete er über seine Aktivitäten, um die Öffentlichkeit über die Geschehnisse in Belutschistan zu informieren.
(In diesem Videoausschnitt sagt Yaqoob: ...und ich kann nicht umhin, über dieses große Problem und diese Tragödie zu sprechen: Armut und Arbeitslosigkeit, die unsere Gesellschaft beherrschen.
Das Problem der Arbeitslosigkeit,
das heute das wichtigste Problem der Bevölkerung darstellt, hat, obwohl es sich
zu einer Tragödie entwickelt hat, eine Lösung.
Die Behörden sollten Lösungen für
dieses große Problem finden und Strategien und Taktiken entwickeln, um es zu
lösen und der Jugend neue Perspektiven zu eröffnen.
Denn infolge, der
Jugendarbeitslosigkeit hat die Armut in der Gesellschaft überhandgenommen, und Aristoteles sagte:„ Armut
ist der Vater von Revolution und Verbrechen: die beste Demokratie und
Gerechtigkeit ist, die Beseitigung der Armut“.
Wird dieses Problem nicht
angegangen, wird es zu gravierenden sozialen Problemen und vielen Missständen
in der Gesellschaft führen.
Natürlich bietet unsere Provinz eine
gute Ausgangslage, um die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, und verfügt über
viele Talente und Fähigkeiten, wie meine Freunde bereits erwähnt haben.
Eine dieser Möglichkeiten, die wir
nutzen können, ist die Grenze.
Die Entscheidungen zum Umgang mit
Grenzfragen, insbesondere der Warenverkehr, waren stets umstritten.
Ob, wurden bei einer strengen
Grenzkontrolle und der Verhinderung von Waren ein- und –ausfuhren, und die
damit verbundenen Probleme überhaupt bedacht?
Die Regierung sollte einen
Mindestlebensstandard und sogar ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze, für
junge Menschen schaffen und der Bevölkerung sichern, bevor sie die Grenzen
schließt.
Ob, wurde überlegt, was mit der
hohen Zahl an Arbeitslosen geschehen soll?
Ob, haben die Entscheidungsträger
jemals bedacht, dass Arbeitslose, die in ihrer Stadt und an ihrem Wohnort keine
Arbeit finden und ihren Lebensunterhalt nicht verdienen können, in andere
Provinzen oder Länder abwandern müssen?
Dass sie dann – neben vielen anderen
Konsequenzen – monatelang, vielleicht sogar jahrelang von ihren Familien,
getrennt arbeiten und leben müssen!
Ob, haben sie bedacht, dass mit religiöse und kulturelle Überzeugungen und Vorurteile, Korruption ausgeschlossen wäre, und es Gott bewahre – auch nicht zu familiären Konflikten kommen könnte?.
Es sollte beachtet werden, dass das Problem der Arbeitslosigkeit und der Grenzschließungen viele weitere Probleme verursacht, unter anderem die Frage, ob man nicht annehmen sollte, dass ein Arbeitsloser..)
Doch das Regime, das die Wahrheit als größte Bedrohung ansah, schloss
seinen Blog und hängte ihn schließlich.
Die Hinrichtung von Yaqoub
Mehrnehad, dessen Aktivitäten im Rahmen zivilgesellschaftlicher und kultureller
Kämpfe stattfanden, offenbarte, dass die Islamische Republik Iran selbst die
friedlichsten Forderungen fürchtet.
Ein Regime, das auf den Stift mit
dem Galgen, auf Gedanken mit Gefängnis und auf die Forderung nach Gerechtigkeit
mit Repression reagiert, verschließt selbst den Weg für jegliche
zivilgesellschaftliche Aktivität und ebnet, den Weg für die Verbreitung anderer
Formen des Widerstands.
Die Belutschistans Politischen und zivilgesellschaftliches
Partei und Gruppen betrachten, die Hinrichtung von Yaqoob Mehrnehad als großen
Verlust für die belutschische Nation und alle freiheitsliebenden Iraner und
sind überzeugt, dass sein einziges „Verbrechen“ darin bestand, die
bürgerlichen, kulturellen und Menschenrechte der Bevölkerung Belutschistans zu
verteidigen.
Die Geschichte hat stets gezeigt, dass Hinrichtung und Unterdrückung weder das Denken noch das Idee der Freiheit, nicht auslöschen können.
Die Zivilgesellschaftliches Kampf Idee von Yaqoob Mehrnehad
und anderen Märtyrern des Weges, hat der Freiheit das Bewusstsein und den
Widerstand in den Herzen künftiger Generationen verstärkt und die
Belutschistans Bevölkerung im Kampf für ihre Rechte und ihre Würde vereint.
Verfasser: Heydar Dorzadeh
Dienstag, der 4. August 2026, dem 13. Mordad 1405

